Evidenzbasiert
Die Wissenschaft hinter LEISE
Jede Empfehlung basiert auf Peer-Reviewed-Studien. Keine Marketing-Versprechen — nur Evidenz.

Die Zahlen
Die Realität der Harninkontinenz
In Zahlen — und warum sie oft unbehandelt bleibt.
10 Mio.
Frauen in Deutschland sind von Harninkontinenz betroffen
RKI, Hunskaar 2004
Jährliche wirtschaftliche Belastung in Deutschland
EAU Urge to Act 2023
Frauen, die nie ärztliche Hilfe suchen
TENA/Essity 2025, Liang 2023
Heilungsrate durch Beckenbodentraining
Dumoulin Cochrane 2018
Jahre bis zum ersten Arztbesuch
NAFC, Margalith et al.
Wirksamkeit gegenüber keine Behandlung
Dumoulin Cochrane 2018 (RR 8.38)
Quellen: RKI DEGS 2023, Hunskaar et al. 2004, EAU European Association of Urology 2023
Lebensqualität
Der Preis der Stille
Harninkontinenz wirkt sich weit über körperliche Symptome hinaus aus. Die psychischen und sozialen Auswirkungen sind erheblich.
Depressionen
Angstsymptome (klinisch relevant)
Sexuelle Funktionsstörungen
Vermeiden von Sport und Fitness
Meiden sozialer Aktivitäten
Verringerte Lebenszufriedenheit
Quellen: Abrams et al. 2018, Agarwal et al. 2014, Coyne et al. 2009, Minassian et al. 2008
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Kostenlos Quiz startenDie Evidenz
Beckenbodentraining wirkt
Eine der größten systematischen Übersichtsarbeiten zeigt eindeutig: Strukturiertes Beckenbodentraining funktioniert.
Heilungsrate bei Belastungsinkontinenz
Heilung oder deutliche Besserung
Quelle: Dumoulin et al., Cochrane Database Syst Rev 2018 — 31 randomisiert-kontrollierte Studien, 1.817 Frauen
Klassifikation
Die drei Typen der Harninkontinenz
SUI — Belastungsinkontinenz
Unfreiwilliger Urinverlust bei körperlicher Belastung: Husten, Niesen, Lachen, Sport. Verursacht durch Schwäche des Schließmuskels und/oder der Beckenbodenmuskulatur.
UUI — Dranginkontinenz
Starker, plötzlicher Harndrang, gefolgt von unfreiwilligem Urinverlust. Oft verursacht durch überaktive Blasenmuskulatur. Häufiger im höheren Alter.
MUI — Mischinkontinenz
Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Urinverlust sowohl bei körperlicher Belastung als auch bei plötzlichem Harndrang. Komplexeste Form.
Quelle: Prof. Kaelble, Hessisches Ärzteblatt 2024; EPINCONT-Studie
Nach Altersgruppe
Inkontinenz in Deutschland nach Alter
Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu — beginnt aber oft schon ab 20 Jahren.
Quellen: BVF/DGGG 2024, RKI DEGS 2023, Hunskaar et al. 2004
Behandlungspfad
Der Weg zur Behandlung in Deutschland
So sieht die evidenzbasierte Behandlung nach deutschem Standard aus.
Erste Anlaufstelle
Frauenärzt:in oder Hausärzt:in (Allgemeinarzt:in)
Diagnostik
Anamnese, körperliche Untersuchung, ggf. Urodynamik (nur bei komplexen Fällen)
Konservative Therapie (Erstlinie)
Beckenbodentraining mindestens 3 Monate (8–12 Sitzungen) + Lebensstiländerung
Bei SUI (Belastungsinkontinenz)
Pessartherapie, dann operative Therapie (TVT/TOT)
Bei UUI (Dranginkontinenz)
Anticholinergika, dann Botulinumtoxin oder Sakrale Neuromodulation
Vergleich
Deutschland im internationalen Vergleich
Während andere Länder Prävention und strukturierte Rehabilitation anbieten, sind deutsche Frauen oft auf sich allein gestellt.
| Aspekt | Frankreich | Deutschland | UK |
|---|---|---|---|
| Postnatales Programm | 10 Sitzungen, universell, kostenlos | Nicht universell, IQWiG-Bewertung laufend | NICE empfiehlt, nicht routinemäßig |
| Ausbildung | Grundstudium + Spezialisierung | Postgraduale Fortbildung | Postgraduale Spezialisierung |
| Nationale Leitlinie | HAS 1998 (überarbeitend) | AWMF S2k 015/091 (2022) | NICE NG123 (2019) |
| Inanspruchnahme | ~33% | ~25% | ~33% |
Frankreich
- Postnatales Programm
- 10 Sitzungen, universell, kostenlos
- Ausbildung
- Grundstudium + Spezialisierung
- Leitlinie
- HAS 1998 (überarbeitend)
- Inanspruchnahme
- ~33%
Deutschland
- Postnatales Programm
- Nicht universell, IQWiG-Bewertung laufend
- Ausbildung
- Postgraduale Fortbildung
- Leitlinie
- AWMF S2k 015/091 (2022)
- Inanspruchnahme
- ~25%
UK
- Postnatales Programm
- NICE empfiehlt, nicht routinemäßig
- Ausbildung
- Postgraduale Spezialisierung
- Leitlinie
- NICE NG123 (2019)
- Inanspruchnahme
- ~33%
Quellen: Maturitas 2005, MyFrenchPhysio, AWMF, NICE Guidelines
Prävention
Wo wir eingreifen könnten
Die beste Behandlung ist Vorbeugung. Und es gibt Evidenz dafür, was funktioniert — Deutschland nutzt sie nur noch nicht.
Quellen: Hay-Smith et al. Cochrane 2017/2025, IQWiG N25-04
Das französische Modell
Frankreich bietet seit den 1980er Jahren standardmäßig 10 Sitzungen postnatale Beckenbodenrehabilitation an — universell verfügbar und kostenlos. Dies wird als Grund angeführt, warum die postnatale UI-Rate in Frankreich deutlich niedriger ist.
Inhaltsstoffe
Unsere Inhaltsstoffe — die Evidenz
Jede Zutat ist gewählt basierend auf verfügbarer Evidenz. Hier ist, was wir wissen — und was wir (noch) nicht wissen.
Kürbiskernextrakt
Cucurbita pepo
87,5 % Verbesserungsrate in einer klinischen Studie. Wirkmechanismus: möglicherweise durch Phytoöstrogene und Delta-7-Sterine auf Urogenitalgewebe.
Soja-Isoflavone
Genistein & Daidzein
Phytoöstrogene mit theoretischer Wirkung auf Urogenitalgewebe. Nur in Kombination mit Kürbiskern getestet. Isolierte Studien zeigen wenig Wirkung bei UI.
Magnesium
Hochverfügbare Form
Trägt zur normalen Muskelfunktion und Energiestoffwechsel bei (EU Health Claim). Beobachtungsstudien zeigen Assoziation mit reduziertem OAB-Risiko.
Vitamin D
Cholecalciferol (D3)
Trägt zur Erhaltung normaler Muskelfunktion bei (EU Health Claim). Beobachtungsstudien zeigen inverse Assoziation zwischen Vitamin-D-Mangel und UI, aber Kausalität unklar.
Zink
Zinkbisglycinate
Trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei (EU Health Claim). Keine direkten Studien zu UI, aber relevant für Gewebsheilung und Inflammation.
Probiotika
Lactobacillus rhamnosus GR-1
Klinische Evidenz für Reduktion von rezidivierenden UTIs bei Frauen (direkte Prävention von Dranginkontinenz). Reguliert vaginale Flora und Blasengesundheit.
Wichtiger Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil. Die AWMF-Leitlinie enthält derzeit keine Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel. Beckenbodentraining bleibt die evidenzbasierte Erstlinientherapie. Unser Supplement ergänzt gezieltes Training und ärztliche Beratung — ersetzt diese nicht.
Transparenz
Quellenverzeichnis
Alle zitierten Studien und Quellen im vollständigen Überblick.
Prävalenz & Epidemiologie
- Hunskaar S, et al. Epidemiology and natural history of pelvic organ prolapse. Incontinence: 3rd International Consultation, 2005.
- Robert Koch-Institut (RKI). DEGS — Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, 2023. ↗
- Liang CC, et al. Underreporting of lower urinary tract symptoms. Int J Gynaecol Obstet. 2023. ↗
- Essity/TENA. Global Incontinence Survey 2025.
Beckenbodentraining & konservative Therapie
- Dumoulin C, et al. PFMT vs no treatment. Cochrane Database Syst Rev. 2018. ↗
- Hay-Smith EJC, et al. Urodynamic changes with conservative treatment. Neurourol Urodyn. 2017. ↗
- AWMF S2k-Leitlinie 015/091 „Harninkontinenz der Frau", 2022. ↗
- Margalith I, et al. Urinary incontinence in women under 65. Qual Life Res. 2004. ↗
Lebensqualität & psychische Auswirkungen
- Abrams P, et al. Incontinence: 6th International Consultation. ICUD-EAU, 2018.
- Agarwal A, et al. Stress urinary incontinence in Indian women. Urology. 2014. ↗
- Coyne KS, et al. Impact of OAB on quality of life. BJU Int. 2011. ↗
- Minassian VA, et al. Urinary incontinence prevalence and risk factors. Obstet Gynecol. 2008. ↗
Inhaltsstoffe & Supplementation
- Shim BS, et al. Pumpkin seed oil for OAB. J Urol. 2014. ↗
- Yanagisawa E, et al. Pumpkin seed extract for OAB. Int J Urol. 2003. ↗
- Sogabe Y, et al. Isoflavones and reproductive tract. J Womens Health. 2001. ↗
- Bae JC, et al. Serum magnesium and OAB. BJU Int. 2011. ↗
- Araujo AB, et al. Vitamin D and urinary incontinence. J Urol. 2014. ↗
- Beerepoot MAJ, et al. Lactobacilli vs antibiotics for UTIs. Arch Intern Med. 2012. ↗
- EU Commission. EFSA Register, EU Regulation 432/2012. ↗
Transparenzhinweis: Diese Literaturliste ist nicht vollständig. Sie enthält die primären Quellen für die auf dieser Seite dargestellten Daten. Für eine umfassende Übersicht empfehlen wir die Cochrane-Übersichtsarbeiten und die AWMF S2k-Leitlinie.
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